Geldwechseln im Urlaub

Auch wenn man es im Euro-Zeitalter schon fast vergessen hat: sobald Sie für den heurigen Urlaub den erlauchten Kreis der 18 europäischen Länder - von Andorra bis Vatikan - verlassen, brauchen Sie zum Zahlen eine andere Währung. Wie erhält man sie aber mit den geringsten Spesen?

Ihre Hausbank verrechnet Ihnen eine Provision in Prozent des gewechselten Betrags. Zusätzlich gilt es unterschiedlichen Kursberechnungen einzukalkulieren. Denn seit 1999 gibt es keine einheitliche Kursbildung mehr.

Die Provision bewegt sich je nach Bank zwischen mindestens 1,5 Prozent bei BAWAG P.S.K., Hypo, RLB NÖ/Wien und Volksbank über drei Prozent vom Betrag bei BA-CA und Erste Bank, bis zu vier und fünf Prozent am Flughafen in Wien (Erste, Raiffeisen und Reisebank).

Es kann sich also auszahlen, mit Bargeld in der Tasche in eine andere Bank als die Hausbank zu marschieren; wer erst am Flughafen auf die Idee kommt, wird hingegen voraussichtlich auch in einer ausländischen Wechselstube nicht mehr zahlen müssen und kann daher sein Glück gleich am Urlaubsort suchen.

Ein Tipp: Spesenmäßig günstiger kommt es, wenn man eher große Geldbeträge tauscht. Also lieber einmal größere, als oft kleine Beträge wechseln. Das gilt global und liegt an den sogenannten Mindestspesen. Die verlangen üblicherweise ausländische Wechselstuben und Banken ebenso wie die heimischen Banken. Wer beispielsweise noch in Österreich so wenig wechselt, dass seine Spesen unter 2,50 bis 7,50 Euro (je nach Bank, siehe nebenan) fallen würden, muss zumindest diesen Mindestbetrag zahlen. Ärgerlich.

Günstigere Alternative: Bankomat!

Mittlerweile ist es fast überall auf der Welt möglich, mit Bankomatkarten, die das Maestro- bzw. das Cirrus-Logo aufweisen, an Geldausgabeautomaten, die diese Logos kennzeichnen, Bargeld abzuheben. Üblicher Maximalbetrag: 400 Euro pro Tag.
Auch hier gilt: Im Nicht-Euro-Raum fällt eine Provision an. Allerdings nur in Höhe von 0,75 Prozent des Betrags, zuzüglich wird dann aber noch eine Fixgebühr von 1,82 Euro pro Abheben verrechnet. Will man beispielsweise 400 Euro in Fremdwährung haben, würde man in Österreich bei der billigsten Bank sechs Euro zahlen, per Bankomat hingegen lediglich 4,82 Euro. Was sich bei wiederholten Abhebungen auszahlt. Auch hier sollte man so hohe Beträge wie möglich abheben, um Spesen zu sparen.

Noch etwas: Wird mit dieser Bankomatkarte an der Bankomatkasse bezahlt, gelten wieder die 0,75 Prozent Provision plus diesmal 1,09 Gebühr. Doch Vorsicht! Auch wenn es heißt, dass man an allen Bankomatkassen bezahlen kann, muss das nicht immer funktionieren. Nicht in allen Ländern wurde schon auf internationale Karten umgestellt.

Kreditkarten: Teuer bei Bargeld, billig zum Bezahlen

Bei den Kreditkarten wie Visa, MasterCard, Diners oder Amex ist davon abzuraten, Bargeld im Ausland abzuheben. Das wird wirklich teuer. Schon im Inland und Euro-Raum kostet das Abheben mit Kreditkarte 2,50 bis vier Euro bzw. drei Prozent des Betrags. Außerhalb des Euro-Raums kommt noch zusätzlich eine Manipulationsgebühr von bis zu zwei Prozent hinzu. Beim 400-Euro-Beispiel bedeutet das, dass man zwischen zehn Euro und mehr an Spesen zahlen muss.
Besonders hilfreich und sinnvoll ist es jedoch, mit der Kreditkarte in Geschäften, Restaurants und Hotels die Rechnung zu bezahlen. Im Euro-Raum fallen dabei keine zusätzlichen Kosten an und in allen anderen Ländern ein bis zwei Prozent Manipulationsgebühr.

So könnte man guten Gewissens sagen: Bargeld wenn möglich mit der Bankomatkarte gleich am Ankunftsflughafen abheben und Rechnungen mit der Kreditkarte bezahlen.

Welche Spesen verlangen Großbanken und Flughafen-Banken?

Unternehmen
Provision in % vom Kurswert
Mindestspesen in Euro
BA-CA
3
4,50
BAWAG P.S.K.
1,5
2,50
Erste Bank
3
3,50
Raiffeisenlandesbank NÖ/Wien
1,5
3,63
Volksbank Wien
1,5
3,63
Erste Bank Flughafen Wien
4
5,-
Raiffeisen Flughafen Wien
5
7,50
Reisebank Flughafen Wien
bis € 25,- fix € 3,-; ab € 25,- fix € 5,-