Auf virtuelle Weise zur Urlaub

Urlaubsbuchung per Internet. Sonnige Bilder mit verführerischen Strandgirls, luxuriöse Zimmer mit traumhafter Aussicht, reißerische Angebote für fast kein Geld: Damit lockt uns die Tourismusbranche ins Internet und dort auf ihre Heimseiten. Ein Phänomen, für das man vor allem im Frühsommer anfällig ist. Wenn es draußen wärmer wird und man im unklimatisierten Büro sitzt, tut es gut, sich den Strand kurz auf den Bildschirm holen zu können. Die Zeiten, in denen man seinen Urlaub auf der Landkarte vorzeichnete und erst vor Ort nach einem Quartier suchte, sind vorbei. Selbst Einzelreisende mit Abenteuerlust tauschen derlei Reisen ins Blaue längst gegen Angebote bei der Restplatzbörse. Und wer mit der ganzen Familie urlaubt, kommt sowieso nicht umhin, genau zu planen, wenn er sich gegen unliebsame Überraschungen versichern will.

Online-Fachkräfte. In Zeiten der virtuellen Welt haben fast alle Reisebüros auch eine Online-Dependance, viele sind sogar komplett ins World Wide Web übersiedelt. Für Reisewillige ist das eine feine Sache, vorausgesetzt, man hat keine Scheu davor, per Kreditkarte oder sonst wie online zu bezahlen. Das Beste daran: Man kann rund um die Uhr gustieren, aussuchen und vergleichen. Hat man schließlich sein Wunschziel gefunden, lässt es sich kommod auch zur Geisterstunde oder am Wochenende gemeinsam mit dem Partner buchen, unabhängig von Öffnungszeiten und sonstigen Mühsamkeiten. Zunächst empfiehlt es sich, die Reiseart vorzudefinieren. Um einen Abenteuerurlaub zu buchen, empfehlen sich schließlich andere Online-Quellen als für den faulen Strand-Fläz-Trip. Wer nicht vorhat, fix an einem Ort zu verweilen, sondern Land und Leute zu erkunden, kann zumindest bei der Flugauswahl auf den Service des Internets zugreifen. Und selbst für eingefleischte Tramper und Camper kann das Internet bei der Urlaubsplanung ziemlich hilfreich sein.

OnlineurlaubBildschirme sind geduldig. Wer online eine Reise plant und sich dabei nur auf die Bilder aus dem Netz verlässt, wird von der Realität meist unangenehm überrascht. Kroatien beispielsweise ist aufgrund seiner Lage ein höchst beliebtes Reiseziel für heimische Touristen. Allerdings besteht das Unterkunftsangebot Großteils aus Privatzimmern, was einiges an versteckten Ärgernissen für den ambitionierten Internet-Bucher parat hält. Auf die Realitätsnähe der gezeigten Fotos sollte kaum bis selten vertraut werden; der im Internet klar ersichtliche Meerblick entpuppt sich plötzlich als vom Dach aus fotografiert. Der zum Zimmer gehörige Balkon befindet sich realiter am anderen Ende des Ganges. Die Dusche wurde seit ihrem Bestehen nur einmal, und zwar damals zum Fototermin, richtig gereinigt. Und die Hitze, die sich nun einmal unter einem kaum isolierten Flachdach bei direkter Sonneneinstrahlung ansammelt, ist auf Fotografien nur selten sichtbar. Dabei handelt es sich übrigens leider nicht um Einzelbeispiele, sondern um die Regel mit ganz wenigen Ausnahmen. Was sich durchaus auch auf andere südliche Urlaubsländer und das dortige Online-Angebot umlegen lässt. Daher gilt: Idealerweise nicht nur online, sondern auch persönlich mit dem Vermieter Kontakt aufnehmen, sich weitere Fotos, die nicht auf der Homepage waren, schicken lassen und den lokalen Tourismusverband nach der tatsächlichen Umgebung der Unterkunft befragen.

Kein Reisevertrag. Ein weiteres Problem der Onlinebuchung, das vor allem bei Privatunterkünften schlagend wird, ist jenes des fehlenden Reisevertrages. Während man bei Hotels, Pensionen oder Ferienclubs meist einigermaßen überschaubare Unterkunftsvereinbarungen abschließt, sind der Gestaltung der Übereinkunft bei Privatpersonen nicht so strenge Regeln gesetzt. Auch das Einfordern nicht erbrachter Leistungen wird umso schwieriger, hat man nichts Schriftliches in der Hand. Um angeblichen „Übermittlungsfehlern" oder ähnlichen Tücken des Online-Vertragsabschlusses entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, sämtliche buchungsrelevanten Unterlagen auszudrucken oder per Screenshot auf seinem Rechner aufzubewahren. Generell sollte man sich vor dem Vertragsabschluss über die Bonität des gewählten Hotels, Clubs oder Veranstalters informieren. Zunächst gilt die Erreichbarkeit des Partners als Indikator für dessen Vertrauenswürdigkeit. Ist nur eine E-Mail-Adresse oder gar eine kostenpflichtige Telefonnummer unter „Kontakt" angegeben, sollte man nach Alternativen Ausschau halten, die vollständige Erreichbarkeiten anbieten (Telefonnummer, Fax, E-Mail- und Postadresse, idealerweise auch Firmenbuchnummer). Auch einschlägige Online-Foren, wo Erfahrungsberichte publiziert werden, bieten gute Informationsquellen, die sich am ehesten über Google finden lassen (Eingabe des Urlaubsortes in Kombination mit dem jeweiligen Hotel, Club oder Veranstalter).

Stornos und Gebühren. So leicht einem die schnelle Urlaubsbuchung per Internet von der Maus geht, so mühselig kann es werden, diese wieder loszuwerden. Das beginnt schon beim Flug: Vor allem bei Billigangeboten müssen stichhaltigste Belege für eine tatsächliche Reiseuntauglichkeit vorgelegt werden, falls storniert werden soll. Auch Reiseveranstalter lassen einen nur ungern aus bereits fixierten Arrangements, wobei meist der Zeitfaktor eine Rolle spielt. Soll heißen: Je näher man dem Abreisetag kommt, desto teurer wird's.

Eigenfehler. Zu guter Letzt seien hier noch ein paar Schnitzer angeführt, für die man selbst Schuld trägt, die aber trotzdem passieren und vor allem ärgerlich sind. Wie für jede geschäftliche Transaktion im Internet gilt auch für die Reisebuchung: Stellen Sie sicher, dass Sie im Umfeld der Buchung über funktionierenden E-Mail-Empfang verfügen. Wenn Ihr Postfach voll ist oder das Netz überlastet, kann es sein, dass Sie wichtige Informationen zu Buchung oder Reise einfach nicht erhalten. Auch ein zu aufgabenbewusster Spam-Filter kann wichtige Mails verschwinden lassen. Daher sollte zusätzlich zur E-Mail-Adresse auch eine telefonische Erreichbarkeit angegeben werden, falls Widrigkeiten bei Buchung oder Bezahlung kurzfristig zu beheben sind. Dass schließlich das Kästchen „AGB gelesen und verstanden" nicht nur standardmäßig angeklickt, sondern erst dann bestätigt werden sollte, wenn man sich tatsächlich mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Gegenübers vertraut gemacht hat, sollte sowieso außer Frage stehen. Im Nachhinein gegen auf dieser Weise offiziell zur Kenntnis genommene Vertragsbedingungen anzukämpfen, wird in jedem Fall schwierig bis unmöglich.

Empfehlende Links:

www.reisekontakte.at - Üppige, übersichtliche Seite. Spezialisierung ist hier Trumpf, von Abenteuerreise bis Robinson-Crusoe-Trip ist alles denkbar.

www.dogtravel.at -
Umfangreiches Angebot für Reisen in Begleitung des Vierbeiners. Führt eine weitläufige Übersicht über Hotels, Clubs, Ferienhäuser und „Piratenhäuser", die Haustiere erlauben.

www.reisen.at -
Interessante Seite, die sich ausschließlich auf Online-Buchungen spezialisiert hat. Von Last-Minute bis Kreuzfahrt ist alles buchbar.

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